| Aus der Geschichte der Wehr von Gerd Meyer und Klaus Sparmann Die Geschichte der heutigen Freiwilligen Feuerwehr Suderburg begann am 11. Februar 1878 mit einer Bürgerversammlung der beiden Gemeinden Suderburg und Oldendorf. Auf dieser Bürgerversammlung wurden aus den 60 anwesenden Hausbesitzern 16 Mann für die bis dahin bestehende Pflichtspritzenmannschaft gewählt. Diese hatten die seit 1848 in Suderburg befindliche Spritze des Spritzenmachers Herholtz (Hermann Holtzendorff) aus Uelzen zu bedienen. Nach dieser Wahl wurde über die Bildung einer freiwilligen Feuerwehr beraten. Letztendlich meldeten sich an diesem Abend 23 Bürger zum Eintritt. Das Protokoll dieser Versammlung ist von den damaligen Vorstehern (Bürgermeistern) der beiden Gemeinden Dehrmann und Hein unterzeichnet worden, von denen Dehrmann aus Suderburg der Wehr beitrat. Vier Tage später, am 15. Februar, trafen sich diese 23 Männer und noch fünf weitere Freiwillige um ein Statut zu beraten und um das Kommando zu wählen. Zum ersten Hauptmann der Freiwilligen Feuerlösch- und Rettungsschar Suderburg-Oldendorf, wie sich die Wehr damals nannte, wurde Vorsteher Dehrmann aus Suderburg gewählt. Neben dem Hauptmann wurde noch sein Stellvertreter, der Kommandant der Spritzenmannschaft und Stellvertreter, der Spritzenmeister, der Kommandant der Feuerwache, der Kommandant der Rettungsschar und zwei Hornisten zum Geben des Alarmsignals gewählt. Diese Wahl zum Kommando sollte alle drei Jahre, wie auch heute noch üblich, wiederholt werden. Nun galt es Gerät und Uniformen anzuschaffen. Damals wie heute scheiterten viele notwendige Anschaffungen vorerst am Geld. Trotzdem war es durch die Unterstützung von Privatleuten und Firmen, welche der Feuerwehr teilweise Darlehen bis zu 1000 RM gaben, möglich noch im Gründungsjahr eine zweite Handdruckspritze anzuschaffen. Im November 1878 kostete die Spritze der Firma Louis Tidow aus Hannover 2100 RM. Aufgrund der immer angespannten Finanzlage der Feuerwehr (Schulden 1879: 2.607 RM; Schulden 1880: 900 RM) gelang es erst im Jahr 1881 für alle Kameraden eine einheitliche Uniform anzuschaffen. Mit der ständigen Erweiterung der Ausrüstung verbesserte sich auch die Ausbildung. Im Gegensatz zu heute wurde zu damaliger Zeit aber nicht der sogenannte "Einheitsfeuerwehrmann" (jeder Feuerwehrmann soll in der Lage sein unabhängig von Gerät und Ort alle Tätigkeiten zur Bekämpfung des Feuers zu beherrschen) ausgebildet, sondern es wurden die Spritzenabteilung zur Bedienung der Spritzen und die Steigerabteilung zur Ausübung des Steigerdienstes sowie zum Retten von Menschen, Vieh und Habe getrennt ausgebildet. Jede Abteilung hatte ihre festen Mitglieder. Am 15.08.1886 wurde die Wehr inspiziert und aufgrund des guten Ergebnisses ("Exerzitium: sehr gut") für würdig befunden weitere Beihilfen zu erhalten. Zu dieser Zeit bestand die Wehr aus 60 aktiven Mitgliedern. In den Gemeinden Suderburg und Oldendorf gab es zu diesem Zeitpunkt 93 Wohnhäuser mit insgesamt 760 Einwohnern. Rein rechnerisch waren damals also zwei Drittel der Haushalte mit einem aktiven Mitglied in der Feuerwehr vertreten. Desweiteren war jeder Einwohner verpflichtet auf Kommando der Vorsteher bei Bränden zu helfen. Als Wasserentnahmestellen gab es neben der Hardau drei Löschteiche. Diese befanden sich an der Wegegabel Hauptstraße / Räber Weg, an der Kreuzung Hauptstraße / Burgstraße und an der Wegegabel Hauptstraße / Alte Celler Heerstraße. Jedes Wohnhaus musste mindestens einen ledernen Löscheimer besitzen, um damit Wasser zur Einsatzstelle tragen zu können. Die Eimer waren aus Leder, damit sie, nachdem das Wasser ins Feuer gegossen war, beim Herunterwerfen aus größeren Höhen nicht kaputt gingen. Die Alarmierung erfolgte durch die Hornisten, worauf dann Pferde vor die Spritzen gespannt wurden und sich die Einsatzkräfte auf diesen Gespannen zum Einsatzort begaben. Wer auf dem Gespann keinen Platz gefunden hatte, folgte diesem dann zu Fuß. 1893 trat der Hauptmann der Wehr, Dehrmann, nach 15 Dienstjahren aus Altersgründen zurück und am 12. März 1893 wurde H. Müller, Bürgermeister aus Suderburg, als sein Nachfolger gewählt. Am 22.April 1902 wurde in einer Gemeindeversammlung ein Ortsstatut betreffend der Bildung einer Pflichtfeuerwehr beschlossen. Im selben Monat wurden neue Statuten für die freiwillige Feuerwehr beschlossen, welche von nun an den Namen "Freiwillige Feuerwehr Suderburg-Oldendorf I" trägt. Im § 1 (Zweck der freiwilligen Feuerwehr) dieser Statuten heißt es wörtlich: "Die freiwillige Feuerwehr ist ein Verein gesunder und kräftiger Männer, welche die Ehrenpflicht übernommen haben, sich durch regelmäßige Übungen bei militärischer Disziplin die Gewandtheit, den Muth und die Ruhe anzueignen, die nötig sind, um bei Feuersgefahr möglichst rasch und in zweckmäßiger Weise Hülfe leisten zu können. Die freiwillige Feuerwehr hat den Zweck, neben der Gemeinde-Pflichtfeuerwehr denjenigen Theil des Feuerlöschdienstes zu übernehmen, zu dessen Ausübung sie geeignet ist." Anläßlich des 25. Stiftungsfestes fand am 8. Mai 1904 der große Feuerwehrverbandstag des Regierungsbezirkes Lüneburg in Suderburg statt. In den darauffolgenden Jahren bis 1925 fanden mehrere Führungswechsel in der Freiwilligen Feuerwehr Suderburg-Oldendorf I statt: 1906 wurde H. Müller nach 13 Jahren von Christoph Heitsch als Hauptmann abgelöst. Dieser stellte nach 16 Dienstjahren sein Amt 1922 zur Verfügung, woraufhin Fritz Gern die Leitung der Wehr für drei Jahre übernahm. Am 22. Februar 1925 wurde Heinrich Drögemüller einstimmig zum Hauptmann gewählt. Die Wehr hatte in diesen Jahrzehnten viele Einsätze bei Häuser- und Waldbränden. Ursache vieler Waldbrände war schon damals die Bahnlinie zwischen Uelzen und Celle, die am 1. Mai 1847 in Betrieb genommen wurde. Hier war Funkenflug von den Dampflokomotiven eine ständige Gefahrenquelle. 1930 wurde dann mit einer Ilo 6/6 die erste Motorspritze (Förderleistung 550 l/min) angeschafft, welche auch eine Umstellung in der Ausbildung erforderlich machte; hatte man doch jetzt einen Motorspritzenzug. Diese Motorspritze wurde dann auf einem Anhänger, quasi als TSA, zu den Einsatzorten gebracht. Die Zugfahrzeuge stellte sehr oft das damals in der heutigen Bahnhofstraße 17 (Schlottmann) ansässige Schlosserei- und Taxiunternehmen von Adolf Licht. Infolge der sich ändernden politischen Situation nannte sich der Hauptmann ab 1935 Oberbrandmeister Drögemüller und das Kommando trug die Bezeichnung Führerrat. Aus der Dienstvorschrift vom August 1935 geht hervor, dass die Wehr den Feuerschutz der Gemeinden Suderburg, Oldendorf I, Graulingen und Hamerstorf sicherzustellen hatte. Hierfür standen ihr eine Motorspritze und eine Handdruckspritze zur Verfügung. Bis zu einer Entfernung von 7,5 Kilometern war unentgeltliche Löschhilfe zu leisten. 1936 wurden die Feuerwehrmitglieder mit Stahlhelm, Hakengurt und Koppel ausgerüstet. 1939 musste auf der Generalversammlung ein Befehl verlesen werden, der die freiwillige Feuerwehr als Feuerschutz- und Hilfspolizei eingliederte (gem. Reichsfeuerlöschgesetz vom 23. November 1938). Am 9. August 1939 wurde eine außerordentliche Führerratssitzung abgehalten, in welcher es um die Anschaffung eines Gruppenangriffswagens ging. Durch diesen hoffte man die Schwierigkeiten wie bei einem Brand in Hamerstorf zu beheben. Die anwesenden Bürgermeister des Feuerlöschverbandes erklärten ihr Einverständnis. Durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges verzögerte sich diese Anschaffung jedoch. Im Oktober 1942 wurde dann von der Klöckner-Humboldt-Deutz AG aus Ulm noch vor dem Löschgruppenfahrzeug ein TSA mit Luftbereifung und dazugehöriger Tragkraftspritze (Magirus, Typ Goliath III mit einer Förderleistung von 800 l/min) für 3.289,50 RM ausgeliefert. Im Dezember 1942 folgte dann das Leichte Löschgruppenfahrzeug (LLG) auf 1,5 t-Mercedes-Benz-Fahrgestell mit einem 60 PS starken Sechszylinder-Vergasermotor mit dazugehöriger Ausrüstung für insgesamt 10.490,51 RM. Da die Feuerwehr ja auch als Hilfspolizei fungierte, war dieses Fahrzeug dunkelgrün (RAL 6009) mit schwarzen Kotflügeln und trug das Kennzeichen Pol 9265 (Pol für Polizei). Zu dieser Zeit wurden schon Kameraden zu Lehrgängen nach Uelzen und auch nach Celle geschickt. Die Einteilung der Löschgruppe war identisch mit der heutigen Einteilung (Wassertrupp, Schlauchtrupp, Angriffstrupp, Melder und Maschinist, Gruppenführer). Die Beschaffung von Material und Treibstoff erwies sich in den Kriegsjahren als überaus schwierig. Selbst für die Ersatzbeschaffung von Lederstiefeln und anderen Uniformteilen mussten Bezugsscheine beantragt werden. In einem Schreiben der Freiwilligen Feuerwehr Suderburg-Oldendorf I an den Kreisführer der freiwilligen Feuerwehren heißt es am 1.12.1941: "... infolge der geringen Brennstoffzuteilung hat mir der Eigentümer des einzigen hier noch laufenden schweren Wagens, welcher für den Transport der Kraftspritze infrage kommt, erklärt, er könne für die Fahrbereitschaft seines Wagens die Verantwortung nicht mehr übernehmen. ... ". Nach Ende des zweiten Weltkrieges beschlagnahmte die britische Besatzungsmacht das LLG, brachte es aber wieder. Es erhielt damals ein Kennzeichen mit BN (Britische Zone Niedersachsen). Die Alarmierung der Feuerwehr erfolgte wie auch in den Jahren zuvor durch Hornisten, denn eine Sirene gab es in Suderburg noch nicht. In einem Schreiben an den Kreisfeuerwehrführer heißt es: "Die Alarmierung der Wehr erfolgt durch telefonischen Anruf bei dem Postamt Suderburg. Das Postamt ist unterrichtet, welche Feuerwehrführer und -männer anzurufen sind. Ferner kann die Wehr durch persönliche Benachrichtigung der Feuermeldestellen, welche durch Schilder gekennzeichnet sind, erfolgen. Bislang hat die Alarmierung der Wehr auf diese Weise sich gut bewährt." Bereits in der Dienstvorschrift von 1935 sind zwei Telefonnummern angegeben. Es sind die Telefone von Hermann Hilmer aus Suderburg und Wilhelm Bühring aus Oldendorf. Am 6. März 1947 musste Heinrich Drögemüller sein Amt als Wehrführer nach 22 Jahren wegen seiner früheren Zugehörigkeit zur NSDAP niederlegen. Daraufhin wurde Wilhelm Meyer aus Suderburg mit der Führung der Wehr beauftragt. 1948 wurde der aus dem Krieg zurückgekehrte Friedhelm Behn Gruppenführer. Er war sozusagen der Ausbilder der ersten Stunde und hat sich nicht nur auf diesem Sektor in der Wehr verdient gemacht. 1949 wurde die erste "Woche für die Blinden" durchgeführt. Im Rahmen dieser Woche war die Feuerwehr beauftragt eine Sammlung durchzuführen. Diese findet noch heute jedes Jahr statt. Desweiteren wurden 1949 die drei Feuerwachtürme auf dem Wierener Berg, dem Blauen Berg und bei Breitenhees durch die Waldmärkerschaft wieder besetzt um entstehende Waldbrände schnellstens zu erkennen. Durch einen vermutlich geistesgestörten Mann aus Unterlüß geriet der Turm bei Breitenhees am 18. September 1950 in Brand und musste von der Suderburger Wehr gelöscht werden. Die oberen drei Etagen wurden ein Opfer der Flammen. 1950 wurde der erste "Hydrant" in Betrieb genommen, obwohl mit dem Ausbau des heutigen Trinkwassernetzes in Suderburg erst Mitte der sechziger Jahre durch die heutige SVO begonnen wurde. In einem Zeitungsartikel von 1950 heißt es: "Als die Landbauschule Suderburg in der Nähe (des Holzplatzes der Sägerei) eine Beregnungsanlage für Lehrzwecke errichtete, veranlaßte das dazu, den neuen Brunnen (Beregnungsbrunnen am Tannrähmsbach von Hermann Carstens) auch für Löschzwecke zu gebrauchen. Die Gemeinde Oldendorf beschaffte die benötigte Rohrleitung, um den Anschluß an die Bahnhofstraße herzustellen. Im freiwilligen Einsatz der Feuerwehrleute aus Suderburg-Oldendorf wurde sie verlegt." Dieser Hydrant befand sich an der Ecke vom Grundstück Hermann Carstens (Bahnhofstraße 27), dort wo heute die Straßenlaterne steht. Als nach dem sehr trockenen Sommer 1959 auf der gegenüberliegenden Seite der Bahnhofstraße eine Wasserleitung zur Beregnung der dortigen Felder und der Versorgung der Häuser verlegt wurde, entstand dort der noch heute vorhandene Überflurhydrant. Heute befinden sich in Suderburg weit über 100 Hydranten. Aus dem oben genannten Zeitungsartikel von 1950 geht auch hervor, dass der Feuerlöschteich Hauptstraße / Burgstraße zum Brunnen umgebaut wurde, dass eine Leitung unter der Bahnlinie verlegt werden sollte, um die Löschwasserversorgung Graulingens über den Molkereibrunnen zu verbessern und dass zur Alarmierung neben den Nebelhörnern (Hornisten) die Betriebssirene der Sägerei Müller zur Verfügung stand, welche durch Eindrücken einer Scheibe ausgelöst werden konnte. Nach sechs Jahren im Amt wurde Wilhelm Meyer 1953 von Albert Gern als Wehrführer abgelöst. Dieser war zwei Jahre bis 1954 im Amt. Danach war Wilhelm Behn für drei Jahre bis 1957 Führer der Freiwilligen Feuerwehr Suderburg-Oldendorf I. 1956 / 57 bekam die Wehr durch die Zusammenlegung der Gemeinden Suderburg, Oldendorf und Graulingen ihren heutigen Namen "Freiwillige Feuerwehr Suderburg". 1957 übernahm Heinz Spellig die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Suderburg. Da die beiden vorhandenen Motorspritzen nicht mehr den Anforderungen entsprachen, wurde im März 1957 eine neue Tragkraftspritze (Ziegler, Typ TS 8/8 mit luftgekühltem Vierzylinder-Viertakt-VW-Motor mit 28 PS und 1192 ccm Hubraum) für 3706,70 DM angeschafft. Bereits ein Jahr zuvor hatte die Wehr ihre erste Ausrüstung zur Herstellung von Löschschaum (1 Zumischer Typ Z2 und das dazugehörige Luftschaumrohr Typ KR 2) erhalten. Am 23. März 1957 wurde auf dem Blauen Berg eine Waldbrandübung für die Unterkreise Dreilingen, Suderburg und Wrestedt sowie für die Kreisbereitschaft durchgeführt. Um diese Übung so realitätsnah wie möglich durchführen zu können, wurde eine Heidefläche von 24 Morgen, die Bauer Hillmer aus Suderburg zur Verfügung gestellt hatte, in Brand gesteckt. 1958 baute sich die Feuerwehr mit viel Fleiß und tatkräftigem Einsatz aller Kameraden ein neues Gerätehaus an der alten Schule. (Hier befinden sich heute der Raum der Jugendfeuerwehr, ein Lagerraum sowie die Atemschutzwerkstatt). 1959 wurde der Landkreis Uelzen von vielen Waldbränden (u.a. in der Göhrde) heimgesucht. Hier wurden so gute Erfahrungen mit den damals im Landkreis vorhandenen drei Tanklöschfahrzeugen (Uelzen, Bevensen und Rosche) gemacht, dass der Kreisausschuss im Juli beschloss ein viertes Tanklöschfahrzeug anzuschaffen und dieses in Suderburg zu stationieren. Am 3.8.1959 fuhren die Kameraden Spellig, Germann und R. Müller nach Ulm zu den Magiruswerken um das neue Tanklöschfahrzeug abzuholen. Es handelte sich hierbei um ein TLF 16 T mit Wendestrahlrohr. Motorisiert war es mit einem luftgekühltem 6-Zylinder Deutz Dieselmotor in V-Form mit 125 PS. Es hatte einen nutzbaren Wassertankinhalt von 2.800 Liter und war mit einer Pumpe ausgestattet, welche 1600 l/min fördern konnte. Desweiteren war in diesem Fahrzeug das erste in der Suderburger Wehr eingesetzte Funkgerät vorhanden (Rufname Florian Uelzen 4). Es handelte sich hier um ein UKW-Funktelefon mit Röhrentechnik der Firma Siemens. Mit diesem Fahrzeug, das 55.000 DM kostete, begann der Ausbau der Suderburger Feuerwehr zur Schwerpunktfeuerwehr. In den folgenden Jahren sollte sich dieses Fahrzeug bei unzähligen Einsätzen mehr als verdient machen. 1960 traten 14 Kameraden aus Hamerstorf der Suderburger Wehr bei, welche somit eine volle Löschgruppe stellen konnten. Im Juni 1961 erhielt die Suderburger Wehr für Ihr LLG einen neuen TSA, woraufhin der vorhandene TSA in Hamerstorf stationiert wurde. Am 23. Februar 1964 erhielt die Suderburger Wehr einen vom Landkreis Uelzen angeschafften Pulverlöschanhänger. Dieser wurde für alle Wehren mit Tanklöschfahrzeugen angeschafft, um Ölbrände bekämpfen zu können. Dreieinhalb Monate später, am 4 Juni 1964, traf das neue Löschgruppenfahrzeug ein LF 8-TS mit Vorbaupumpe in Suderburg ein. Die Kameraden Behn, G. Meyer (Post), Germann und Kadach waren am 1. Juni nach Ulm zu den Magiruswerken aufgebrochen, um das Fahrzeug abzuholen. 1965 übernahm Eberhard Hinrichs die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Suderburg, da Heinz Spellig die Führung des Unterkreises Suderburg übernommen hatte. Zu dieser Zeit wurde in Suderburg das öffentliche Trinkwassernetz ausgebaut und Suderburg erhielt mehrere Hydranten, welche die Löschwasserversorgung erheblich verbesserten. Nach der Elektrifizierung der Bahnlinie in 1966 nahm die Zahl der Einsätze dort rapide ab, jedoch sind aufgrund der gestiegenen Verkehrsdichte Böschungsbrände, verursacht durch sogenannte "Heissläufer", am Bahndamm damals wie heute keine Seltenheit. Im Mai 1966 brannte es zum Beispiel wieder einmal bei Räber, was den Lokführer eines D-Zuges dazu veranlasste am Suderburger Bahnhof einen Zettel aus dem fahrenden Zug zu werfen, um die Feuerwehr alarmieren zu lassen. Im August 1966 wurde die Suderburger Feuerwehr zur Unterstützung des Uelzener Rüstwagens zur Bergung eines bei Breitenhees auf der B4 verunfallten LKW`s gerufen. Es war dies der erste Einsatz bei einem Unfall an der B4. Viele weitere sollten bis heute folgen. Der Wandel der Einsätze von der Brandbekämpfung zur Hilfeleistung hatte begonnen. Mitte der Sechziger Jahre wurden die ersten Atemschutzgeräte angeschafft und die Atemschutzgruppe unter der Leitung von Ernst Husemann gegründet. Ende 1967 / Anfang 1968 baute die Feuerwehr Suderburg in der Hamerstorfer Feldmark eine 5 mal 8 Meter große Übungswanne aus Beton zum Abbrennen von Mineralöl. Am 27. und 28. Juli 1968 fanden in Suderburg die Kreiswettkämpfe am Glockenbergsweg in der Nähe der heutigen Schäferei Jahnke anläßlich des 90-jährigen Bestehens der Wehr statt. 1969 gab es bereits die ersten Handsprechfunkgeräte in der Suderburger Wehr, welche im Rahmen der Jahresabschlussübung des Unterkreises Suderburg bei der Firma Valenzia erfolgreich eingesetzt werden konnten. Anlässlich dieser Übung wurde festgestellt, dass die Alarmierung mit der privaten Werkssirene für die Großgemeinde Suderburg nicht ausreicht, da sie insbesondere bei ungünstigen Windverhältnissen in Graulingen kaum gehört wird. Daraufhin wurde kurze Zeit später von der Gemeinde eine Feuersirene E 57 angeschafft und auf dem Dach des Gerätehauses installiert. Am 14. Dezember 1969 durfte die Suderburger Wehr den auf einer Einsatzfahrt auf der spiegelglatten B4 verunfallten Rüstwagen des Landkreises bergen. Im März 1970 kam es durch einsetzendes Tauwetter und gleichzeitige starke Regenfälle zu vielen Einsätzen aufgrund von vollgelaufenen Kellern. Unter anderem waren das Möbellager der Polsterei Holst und diverse Keller in der Nähe des Schweinebaches in der Wolfskuhle betroffen. 1972 wurde durch die Gebietsreform auch eine Umstrukturierung in der Feuerwehrorganisation erforderlich. Die Feuerwehr unterstand nicht mehr der Gemeinde Suderburg sondern der Samtgemeinde, welche für ihre Wehren eine neue Satzung erließ. Die Unterkreise wurden aufgelöst. Der höchste Feuerwehrführer einer Samtgemeinde hieß von nun an Gemeindebrandmeister und der Führer einer Ortsfeuerwehr Ortsbrandmeister. Zudem war das Jahr 1972 ein Jahr mit vielen Großeinsätzen. Am 12. April verbrannten im Stall von Hermann Hillmer aus Böddenstedt 130 Ferkel und 20 Sauen, am 2. Juni brannte der Wirtschaftsgebäudekomplex von Heinrich Lindloff in Hamerstorf nieder und im November stellte ein Orkan das Rettungswesen des gesamten Landkreises auf eine schwere Probe. Am 20. März 1974 kam es zu einem Großeinsatz beim Brand bei Alfred Behn in Räber und am 1. Oktober 1974 brannte die Kartoffelhalle der Firma Lankau fast völlig aus. Laut AZ entstand hier ein Sachschaden von rund einer Million Mark. 1975 kam es zu zwei Waldbränden am Blauen Berg, welche mit dem LF 8 und Güllefahrzeugen bekämpft wurden, da das Tanklöschfahrzeug zu dieser Zeit bei der Waldbrandkatastrophe im Landkreis Celle eingesetzt war und Brände bei Oberohe und Rebberlah bekämpfte. In den siebziger Jahren traten die ersten fördernden Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Suderburg bei. 1976 gab es 11 fördernde Mitglieder. Heute sind es knapp über Hundert. 1976 begann der Kampf um die Ersatzbeschaffung eines Tanklöschfahrzeuges für das in die Jahre gekommene TLF 16 T, welcher bundesweit für Aufsehen sorgen sollte: Suderburg und Ebstorf hatten eine Ausnahmegenehmigung zur Anschaffung des bewährten TLF 16 T beantragt. Parallel dazu beantragte Uelzen die Anschaffung eines TLF 24/50-P. Mehr aufgrund der Art und Weise der Bearbeitung beim Bezirk und beim Land und weniger aufgrund der Ablehnung dieser Anträge sah sich der Kreisfeuerwehrverband Uelzen mit allen seinen 122 freiwilligen Feuerwehren gezwungen mit dem Austritt aus der Feuerwehr zu drohen. Nach langem Hin und Her konnte dieser Streit geschlichtet werden. 1977 erhielt die Suderburger Wehr (gemeinsam mit Uelzen) als erste Wehr das zu der Zeit größte Tanklöschfahrzeug in Niedersachsen. Für 198.000 DM hatte die Samtgemeinde das TLF 24/50 von Magirus mit luftgekühltem 8-Zylinder-Deutz-Dieselmotor mit 232 PS angeschafft. Dieses Fahrzeug verfügt über einen Wasservorrat von 5000 Litern und 500 Liter Schaummittel. Die zweistufige Kreiselpumpe hat eine Förderleistung von 2400 l/min. Aufgrund der Querelen im Vorfeld dieser Anschaffung wurde die Übergabe dieses Fahrzeuges ein Medienereignis in Presse, Funk und Fernsehen. Bereits auf den am 30. und 31. Juli 1977 in Suderburg an der Industriestraße stattfindenden Kreiswettkämpfen konnte dieses Fahrzeug der Bevölkerung vorgestellt werden. Nach dem Sommer 1977 wurde der Feuerwachturm Blauer Berg außer Betrieb genommen. Lediglich der Turm bei Breitenhees wird noch bis heute besetzt. 1978 gelang es dem Fahnenträger Wilhelm Schröder so viel Geld zu sammeln, dass eine neue Fahne angeschafft werden konnte. Die erste Fahne von 1878, welche noch aus Hobelspänen gemacht war und welche die Aufschrift trug "Gott erhalte uns noch lange" war im 2. Weltkrieg verloren gegangen. Die danach angeschaffte zweite Fahne war so in die Jahre gekommen, dass sie jetzt konserviert wurde, um der Nachwelt erhalten zu bleiben. Auf der Generalversammlung im Februar 1979 wurde die neue Fahne von Wilhelm Schröder vorgestellt und vom Kreisbrandmeister Hans-Jürgen Schulz geweiht. Im Frühjahr 1980 erhielt die Suderburger Wehr ihren ersten MTW, einen VW-Bulli, der als "Kommandowagen" eingerichtet wurde. Im August 1980 ist der 1978 begonnene erste Bauabschnitt des neuen Gerätehauses mit dem Ausbau des Obergeschosses, der Herstellung des Treppenhauses und sanitärer Einrichtungen sowie der Sanierung der vorhandenen Einstellplätze fertiggestellt worden. 19 Monate später, im März 1982, ist auch der zweite Bauabschnitt mit den beiden neuen Einstellboxen fertiggestellt worden. 346.000 DM hatten beide Abschnitte gekostet. Davon hatten die Kameraden der Suderburger Wehr rund 55.000 DM in Eigenleistung (3545 Stunden) erbracht. 1981 erhält Eberhard Hinrichs die höchste Auszeichnung der Feuerwehr, das "Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold". In der Nacht vom 27. auf den 28. Juni legten Einbrecher ein Feuer im Haus der Familie Struck im Jägerweg, welche sich zu diesem Zeitpunkt in Urlaub befand. Das Haus wurde völlig zerstört. Am 1. September 1982 wurde die Einsatzleitstelle in Uelzen in Betrieb genommen, um die Einsätze aller Rettungskräfte zu koordinieren. Seit diesem Tag ist sie unter 112 stets für jedermann erreichbar. 1983/1984 wurden die ersten Sirenen mit Sirenensteuergeräten ausgerüstet. Sie konnten jetzt von der Einsatzleitstelle per Funk ausgelöst werden. In diesen Jahren gab es eine Brandserie in Suderburg, welche, so wurde vermutet, einen Brandstifter als Ursache hatte. Sie begann am 04.6.1983 mit einem Bienenhausbrand von E. Länger. Am 11.07.83 brannte ein Schuppen bei Wilhelm Schröder, am 22.08.83 brannten Strohballen und Nutzholz bei Adolf Sebecke, am 29.08. eine Strohmiete von Wilhelm Peltret, am 17.09. ein Strohdiemen von Georg Völkel, am 02.10. brannte das Wirtschaftsgebäude der Drogerie Hoffmann, am 10.03.84 ein Wohnhausbrand bei Körner, am 14.03. Feuer bei der Tischlerei Neumann und am 21.07. wieder bei Körner. Der Täter konnte nicht ermittelt werden. Am 4. Februar 1986 kam es zu einem Großeinsatz an der Burgstraße. Eine Fachwerkscheune auf dem Hof Heitsch stand in Flammen. Klirrender Frost und scharfer Wind erschwerten die Löscharbeiten. Einige Feuerwehrleute waren zum einen mit einer dicken Eiskruste überzogen, zum anderen verwandelte das Löschwasser die Umgebung in eine spiegelglatte Eislandschaft. Auf der Generalversammlung im Februar 1986 wurde Günther Schröder für den aufgrund des Überschreitens der Altersgrenze aus dem aktiven Dienst ausscheidenden Eberhard Hinrichs zum Ortsbrandmeister gewählt. Eberhard Hinrichs wurde Ehrenbrandmeister. Am 23.04.1987 erhielt die Suderburger Wehr als Ersatz für ihr altes Fahrzeug von 1964 ein neues LF 8-TS mit Vorbaupumpe und 168 PS, welches auch heute noch in Dienst ist. Es kostete 180.000 DM. Am 02.06.1990 wurde die Jugendfeuerwehr Suderburg gegründet. Aus ihr gingen bis heute 20 aktive Kameraden hervor. Unter ihnen auch Suderburgs erste Feuerwehrfrau Stefanie Düver 1997. Insgesamt hat die Suderburger Wehr heute vier Feuerwehrfrauen. Im Frühjahr 1992 erhielt die Wehr ihr jetziges MTW als Einsatzleitfahrzeug. Desweiteren wurde aus Uelzen ein zweites Tanklöschfahrzeug (TLF 16/8) aus der Kreisbereitschaft mit 2800 Liter Wasservorrat in Suderburg stationiert. 1993 führte die Suderburger Wehr sogenannte Gesamtwehrdienste ein. An diesen Dienstabenden wird gruppenübergreifend ausgebildet. Der 1993 angeschaffte Rettungssatz mit Schere und Spreizer wurde 1994 endlich auf dem LF8 installiert. 1994 wurde Hermann Müller als Führer der Gruppe Hamerstorf in die Altersabteilung überstellt. Somit wurde die Gruppe Hamerstorf endgültig aufgelöst und der TSA kehrte nach Suderburg zurück. Aus Platzgründen musste er aber außerhalb des Gerätehauses in einer Garage an der Kläranlage deponiert werden. 1997 erreichte die Gruppe von Matthias Dyck beim internationalen Feuerwehrmarsch in Reppenstedt den ersten Platz von insgesamt 71 Gruppen. Auf der Generalversammlung 1998 wurde Reimund Mentzel zum neuen Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Suderburg als Nachfolger von Günther Schröder gewählt, der kurz danach Gemeindebrandmeister wurde. 1998 erhielt die Wehr ihre ersten Chemieschutzanzüge, welche im Rahmen des Tages der offenen Tür anläßlich des 120-jährigen Bestehens der Wehr am 20. Juni 1998 auch der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Nach dem Baubeginn im Mai 1999 und dem Richtfest am 27. Juli 1999 wurde der Anbau des neuen Gerätehauses am 3. Dezember 1999 eingeweiht. Von der Wehr wurden über 2.500 Stunden an Eigenleistung erbracht. Durch die Fertigstellung dieses Anbaus erhielt die Feuerwehr eine moderne Fahrzeughalle mit vier Einstellplätzen, einen separaten Raum für die Jugendfeuerwehr, eine Werkstatt, einen Lagerraum, einen Atemschutzgeräteraum und einen Aufenthaltsraum mit sanitären Einrichtungen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich das Einsatzspektrum der Feuerwehr stark verändert. Brandeinsätze wurden weniger, dafür stiegen die Hilfeleistungen. Schwere Verkehrsunfälle mit Todesopfern stehen fast jedes Jahr auf der Einsatzliste und sollen hier nicht im Einzelnen beschrieben werden. Durch die Einführung von Funkmeldeempfängern zur Alarmierung der Kameraden in den sechziger Jahren bekommt die Bevölkerung von vielen Einsätzen heute gar nichts mehr mit, aber trotzdem leisten wir gerne ... Freiwilligen Einsatz Unter Erschwerten Randbedingungen Wenn Einer Hilfe Ruft zurück |